Mehr als 20 Golfanlagen verteilen sich über die deutsche Ostseeküste, von der Lübecker Bucht bis zur polnischen Grenze. Wer nur eine Woche Urlaub hat, muss also auswählen. Genau dabei hilft dieser Vergleich: Welcher Platz passt zu welchem Spielertyp, was kostet die Runde, und wo kommst du auch ohne Handicap aufs Grün?
Ein Hinweis vorweg: Die drei Plätze auf Rügen halte ich hier bewusst kompakt, denn zu denen gibt es bereits einen eigenen Rügen-Golfplatz-Guide mit allen Details. In diesem Artikel geht es um die ganze Küste, von Fehmarn im Westen bis Usedom im Osten, und um die Frage, welche Anlage sich für wen lohnt.
Das Feld: elf Anlagen zwischen Fehmarn und Usedom
Damit du weißt, worüber wir reden, hier die Kandidaten dieses Vergleichs in geographischer Reihenfolge von West nach Ost:
- Schleswig-Holstein: Golfresort Strandgrün Timmendorfer Strand (36 Loch), Maritim Golfpark Ostsee bei Travemünde (3x 9 Loch), Golf & Country Club Hohwachter Bucht (27 Loch), Golfpark Fehmarn (18+9 Loch)
- Mecklenburgische Küste: Ostsee Golf Resort Wittenbeck bei Kühlungsborn (18+9 Loch), Golfanlage Warnemünde (27+6 Loch)
- Vorpommern und Inseln: Golfpark Strelasund bei Stralsund (2x 18 Loch), Golfclub Balmer See auf Usedom (45 Loch)
- Dazu die drei Rügener Plätze: Golf Schloss Ranzow, Golf-Centrum Schloss Karnitz und der Golfclub Sassnitz
Elf Anlagen, elf Charaktere. Kein Platz gleicht dem anderen, und genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Details.
Für Panorama-Spieler: Ranzow, Warnemünde und Wittenbeck
Wenn dir der Blick vom Abschlag wichtiger ist als der Scorekartenschnitt, führen drei Namen die Liste an. Golf Schloss Ranzow auf Rügen (18 Loch, Par 71) liegt direkt an der Steilküste bei Lohme mit Blick Richtung Kap Arkona. Die Golfanlage Warnemünde bei Rostock verteilt 27 Löcher über rund 130 Hektar unverbaute Küstenlandschaft, die sich zu drei verschiedenen 18-Loch-Runden kombinieren lassen. Und das Ostsee Golf Resort Wittenbeck bei Kühlungsborn bietet auf dem Meisterschaftskurs Eikhof echtes Links-Feeling mit Meerblick.
Preislich liegen diese drei oben: Ranzow ruft 75 EUR Greenfee auf, Wittenbeck 60 EUR, Warnemünde startet mit dem After-Work-Tarif ab 16 Uhr bei 50 EUR. Dafür bekommst du Kulissen, die es im Binnenland schlicht nicht gibt.
Eine Erwähnung verdient auch der Golfpark Strelasund vor den Toren Rügens: zwei 18-Loch-Meisterschaftskurse, ein Golfhotel mit Wellnessbereich direkt am Platz und eine Lage, die sich gut als Zwischenstopp auf dem Weg zur Insel eignet. Das Greenfee liegt bei 69 EUR.
Für Einsteiger und Familien: Runden ohne Handicap
Die Ostsee ist erstaunlich einsteigerfreundlich. Gleich mehrere Anlagen lassen dich ohne Platzreife spielen: Das Golf-Centrum Schloss Karnitz auf Rügen hat einen Public Course, in Warnemünde steht ein öffentlicher 6-Loch-Kurs samt Driving Range mit TrackMan-Technik bereit, am Balmer See auf Usedom ist der Rote Kurs (Par 29) frei zugänglich, und auf Fehmarn darf jeder auf den 9-Loch-Kurs. Was die Platzreife formal bedeutet und wie du sie unterwegs nachholen kannst, erklärt der Deutsche Golf Verband auf golf.de.
Mein Tipp für Familien ist Karnitz: 27 Löcher insgesamt, der Public Course ab 25 EUR, und die Anlage nimmt sich selbst nicht zu ernst. Da kann der Nachwuchs mitlaufen, ohne dass jemand die Augenbraue hebt.
Für Sparfüchse: Greenfees im Vergleich
Die Preisspanne an der Küste ist groß. Ein paar Anhaltspunkte aus den aktuellen Preislisten:
- Golfclub Sassnitz: 9 Loch direkt über den Klippen für 20 EUR, das günstigste Küstengolf Deutschlands
- Golfpark Fehmarn: rund 45 EUR, die Driving Range kostet nichts
- Hoteltrick Balmer See: Gäste des angeschlossenen Hotels zahlen 29 statt 65 EUR pro Runde
- Hohwachter Bucht: 46 EUR, und im Greenfee steckt sogar ein Strandkorb am Ostseestrand
Wer flexibel ist, spielt im Frühjahr oder Herbst. Die Plätze sind leerer, viele Clubs senken die Preise, und die Lichtstimmung über dem Wasser ist in der Nebensaison ohnehin am schönsten.
Anreise und Saison
Fast alle Anlagen erreichst du über die A20, die Lübeck mit Rostock und Stralsund verbindet. Von Stralsund geht es über die Rügenbrücke auf die Insel, nach Usedom führt die B110. Die Saison läuft von April bis Oktober, wobei Juli und August die vollsten Startzeiten bringen. Unterkünfte, Veranstaltungen und Strandinfos für die ganze Küste findest du auf ostsee.de, das erspart dir die Recherche über zehn einzelne Ortsportale.
Fazit: Rügen für die Kulisse, Usedom für den Umfang
Wenn ich nur einen Trip planen dürfte, würde er nach Rügen führen: Kein anderer Küstenabschnitt packt so viel Abwechslung auf so wenig Kilometer, von der 20-EUR-Feierabendrunde in Sassnitz bis zum Steilküsten-Kurs in Ranzow. Wer dagegen eine ganze Woche nur Golf spielen will, ist am Balmer See auf Usedom mit seinen 45 Löchern besser aufgehoben. Und für alle dazwischen gilt: Die A20 macht den Roadtrip von Platz zu Platz einfacher, als du denkst.